Wie wollen wir im Alter wohnen? Was braucht es, damit Selbstständigkeit, Gemeinschaft und Lebensqualität möglichst lange erhalten bleiben? Und wie können aus guten Ideen konkrete Projekte werden? 38 engagierte Menschen machten sich beim agenda.zukunft ProjektLabor „Wie geht’s, Alter?“ am 23. September 2026 im OKH Vöcklabruck gemeinsam auf die Suche nach Antworten – und entwickelten vier konkrete Projektideen ein Stück weiter.
Vom Gedanken zum nächsten konkreten Schritt
Der Wunsch vieler Menschen ist klar: möglichst lange selbstbestimmt, aktiv und in der vertrauten Umgebung leben zu können. Gleichzeitig verändert sich unsere Gesellschaft und der Anteil älterer Menschen wächst. Darin liegen auch Chancen, neue Formen des Wohnens, Zusammenlebens und gegenseitigen Unterstützens zu entwickeln. Genau dazu hatte bereits die Wanderausstellung in vier LEADER-Regionen in den Bezirken Vöcklabruck und Gmunden „Wie geht’s, Alter?“ mit 46 Beispielen aus Österreich und Europa zahlreiche Impulse geliefert.
Beim ProjektLabor ging es nun einen entscheidenden Schritt weiter: vom Inspirieren zum gemeinsamen Konkretisieren. Das Format von agenda.zukunft bringt Menschen mit Ideen und Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen zusammen. In mehreren Arbeitsrunden werden Projektvorhaben aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet, weiterentwickelt und erste Schritte in Richtung Umsetzung erarbeitet. Gleichzeitig entstehen Kontakte und Netzwerke, die auch über den gemeinsamen Abend hinaus wertvoll sein können.
Vier Ideen mit Potenzial
Vier Projektpat:innen brachten ihre Ideen mit ins ProjektLabor. Sie alle beschäftigen sich auf unterschiedliche Weise mit der Frage, wie ein gutes und selbstbestimmtes Leben im Alter gelingen kann:
- Vom Familienbauernhof zum Lebensort im Alter: Ein bestehender Bauernhof soll sich öffnen und künftig Raum für Wohnen oder Tagesbetreuung älterer Menschen bieten.
- Gemeinsam statt allein wohnen: Ein Einfamilienhaus könnte zu einer generationenübergreifenden Wohngemeinschaft werden und damit Gemeinschaft, gegenseitige Unterstützung und selbstbestimmtes Wohnen verbinden.
- Klein wohnen, Gemeinschaft erleben: Eine Wohnsiedlung mit Tiny Homes soll neue, bedarfsgerechte Wohnmöglichkeiten für ältere Menschen schaffen.
- Vöcklabruck altersfreundlicher gestalten: Freundschaftsbänke, die „nette Toilette“ und weitere niederschwellige Maßnahmen sollen dazu beitragen, dass ältere Menschen gut und gerne in der Stadt unterwegs sein und am gesellschaftlichen Leben teilhaben können.
Die Bandbreite der Ideen machte deutlich: Gutes Leben im Alter hat viele Facetten. Es geht um geeigneten Wohnraum ebenso wie um soziale Kontakte, Betreuung, Begegnungsmöglichkeiten, Barrierefreiheit und ein Umfeld, das Selbstständigkeit unterstützt.
Neue Perspektiven machen Mut
Besonders wertvoll war dabei die Vielfalt der 38 Teilnehmer. Unterschiedliche berufliche Hintergründe, persönliche Erfahrungen und fachliche Zugänge sorgten dafür, dass die Projektideen aus immer neuen Perspektiven betrachtet werden konnten.
Die positiven Rückmeldungen am Ende des Abends zeigten, wie wichtig genau dieser Austausch ist. Projektpat:innen berichteten von neuen Kontakten und Ideen, hilfreichen zusätzlichen Blickwinkeln und einem wertschätzenden Miteinander. Bei manchen Vorhaben hatte bisher auch der Mut gefehlt, die eigene Idee überhaupt zum Thema zu machen. Das gemeinsame Arbeiten im ProjektLabor bestärkte darin, nun tatsächlich den ersten Schritt zu setzen.
Damit wurde an diesem Abend etwas besonders Wichtiges spürbar: Eine gute Idee muss zu Beginn noch nicht auf alle Fragen eine Antwort haben. Oft braucht es zunächst Menschen, die zuhören, nachfragen, Erfahrungen teilen, neue Perspektiven eröffnen und gemeinsam überlegen, was als Nächstes möglich ist.
Gemeinsam Zukunft des Älterwerdens gestalten
Das ProjektLabor, das von agenda.zukunft gemeinsam mit dem Regionalmanagement OÖ und den LEADER-Regionen Vöckla-Ager, Traunsteinregion, Fuschlsee-Mondseeland und Inneres Salzkammergut veranstaltet wurde, knüpfte an die Wanderausstellung „Wie geht’s, Alter?“ an, die im Juni und Juli 2026 in Timelkam, Ebensee und Mondsee zu sehen war. Im Mittelpunkt standen dort neue Wohnformen, lebendige Ortskerne und konkrete Ansätze, die ein möglichst selbstbestimmtes Leben im Alter unterstützen.