Die Marktgemeinde Weyer setzt ein starkes Zeichen für Aufbruch und Innovation. Im Rahmen des von der Gemeinde initiierten „Zulassungsjahres“ (einjährige Experimentierphase zur Belebung des Ortskerns) haben Studierende der Technischen Universität Wien eindrucksvolle Zukunftsszenarien entwickelt. Am 29. Jänner 2026 wurden die Ergebnisse der Lehrveranstaltung „Entwerfen – Weyer an der Enns: Stand Leer“ erstmals öffentlich präsentiert und stießen auf große Resonanz.
Im Zentrum des Projekts stand eine Frage, die viele ländliche Gemeinden bewegt: Wie kann Wohnen und Leben neu gedacht werden, wenn Ortszentren an Dynamik verlieren und sich Lebensgewohnheiten verändern? Seit der Verkehrsentlastung durch die neue Umfahrung eröffnen sich im historischen Ortskern – insbesondere am Unteren Markt – neue Freiräume für räumliche, soziale und funktionale Entwicklungen. Das Projekt startete bereits im Oktober mit einem dreitägigen Workshop vor Ort. Auf Basis detaillierter Analysen zu Baukultur, Geschichte und Leerständen entwarfen die Studierenden Zukunftsbilder, die zeigen, wie dieser Bereich wieder zu einem lebendigen Zentrum mit hoher Aufenthaltsqualität werden kann.
Besondere Aufmerksamkeit erhielt die Vision einer Jugend-Bauhütte, die junge Menschen aktiv in die Revitalisierung leerstehender gemeindeeigener Gebäude einbindet. Dieses Konzept verbindet handwerkliche Qualifizierung mit Identifikation und stärkt die Belebung des Ortskerns. Ergänzt wurden die Ideen durch innovative Mobilitätskonzepte, flexible Wohnmodelle, temporäre Nutzungen und Ansätze der Zirkularität.
Vertreter*innen der Gemeinde, Eigentümer*innen und Bürger*innen zeigten großes Interesse an den Zukunftsszenarien. Sowohl die TU Wien als auch die Marktgemeinde Weyer signalisierten Bereitschaft, ausgewählte Ansätze weiterzuverfolgen und mögliche Umsetzungsschritte gemeinsam auszuloten. Sabrina Popp (Raum- und Regionsentwicklung RMOÖ) und Alexandra Weinberger (Regionales Mobilitätsmanagement RMOÖ), die den Kontakt zwischen den Initiatoren hergestellt und bei der Programmgestaltung im Rahmen der Exkursion fachlich mitgewirkt haben, unterstützen dabei weiterhin.
Das Projekt macht sichtbar, welches Potenzial entsteht, wenn akademische Lehre, kommunale Entwicklung und bürgerschaftliches Engagement zusammenwirken.

